Anders ['andəʂ]

Multimedia-Performance zu Antiislamismus und Jihadismus

22. und 23.11.2014, 20:00, Fleetstreet Theater

 tl_files/FS20/Produktionen/internil/Bild1.png      tl_files/FS20/Produktionen/internil/Bild2.png

---

Im Sommer 2011 zündete Anders B. in Oslo eine Autobombe und erschoss anschließend auf der Insel Utøya mehr als 60 junge Teilnehmer_innen eines sozialdemokratischen Nachwuchs-Camps. Wenige Monate später zog die Polizei aus einem halb verbrannten Wohnmobil in Zwickau den NSU in die deutsche Öffentlichkeit, während sich in einer Hinterhofmoschee in Solingen die Millatu-Ibrāhīm gründete, deren führende Mitglieder mittlerweile für den „Islamischen Staat“ kämpfen.

Seit Oktober 2014 wühlt der Berliner Kulturschaffende Arne V. im Hamburger Fleetstreet-Theater in einem Haufen islamfeindlicher und jihadistischer Propaganda. In der gleichen Zeit haben in Köln „Hooligans [u.a.] gegen Salafisten“ demonstriert, ist ein Video des IS erschienen, in dem Deutschlands berühmtester Jihad-Propagandist Dennis C. einen frisch abgeschnittenen menschlichen Kopf in der Hand hält, und tobt sich täglich in den Kommentaren deutscher Zeitungen und Online-Medien eine Aggression aus, die nicht neu ist, aber sich zunehmend organisiert. Politikmüdigkeit in Deutschland? Dann hoffen wir lieber, dass niemand aufwacht.

Das Performance-Label internil hat Arne V. beauftragt, in der Fleetstreet eine theatrale Dienstleistung für politisch orientierungslose Bürger zu erarbeiten. Und Arne sagt: Die Gegner der Demokratie ernst nehmen heißt, Integration als virtuelle Kampftechnik zu kultivieren. Oder wollen Sie im kommenden Bürgerkrieg unbewaffnet sein? Arne schluckt Testosteronkapseln, trainiert seinen Körper, lässt sich einen Bart wachsen, verzichtet auf Alkohol und Schweinefleisch und zieht sich täglich Unmengen an Internet-Propaganda und Hassgerede rein. Er arbeitet hart an seiner politischen Zukunftsfähigkeit. Seine Fortschritte dokumentiert er hier: http://anders.internil.net/.

Bislang war Arnes schaufensterbewehrte Solo-Zelle „Anders“ für realen Publikumsverkehr geschlossen, doch am 22. und 23. November können kulturinteressierte Gäste im Fleetstreet-Theater mit ihm und seinen Klonen in antiislamischen, jihadistischen und kulturmarxistischen Extremismen baden und ihre politischen Verdrängungskapazitäten testen. Dafür gibt es vielfältige Text- und Videobeispiele, ehrliche Körperarbeit und kühle Getränke. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Eintritt 5 Euro. Reservierungen tätigen Sie bitte per Mail an karten@internil.net.

internil

Das Berlin-Leipziger Label internil produziert seit acht Jahren Performances mit unterschiedlichen Materialien und Medien: Architektur, Graffiti, Musik, Video, Fernsehen, Literatur, Internet. Seine Projektkonzepte für 2014 wurden mit einem flausen-Forschungsstipendium und dem Bremer Autoren- und Produzentenpreis honoriert. Die internil-Performance „Neue Liebe“ beschäftigte sich mit digitaler Romantik und erhielt beim diesjährigen Berliner Festival 100° einen Jurypreis. Das aktuelle Projekt „Untergrund“ wühlt im NSU-Komplex und erlebte am 25. und 26. September in der Bremer Schwankhalle erste Aufführungen.

 

http://www.internil.net/

https://www.facebook.com/internil